Lebensfreude durch Reduktion

Mit unserem Umzug ins bodenseenahe  Salem im Februar, und dem damit verbundenen Abschied aus der professionellen Floristik für mich, sollte sich der lange Wunsch nach „weniger, einfacher, langsamer“ realisieren lassen. Weltweite Unterstützung hatten wir uns allerdings nicht erhofft. Ja, es ist wie es ist. Und wir tun was wir können. Aber die Freude kommt uns nicht abhanden! Vielleicht erleben wir in diesem Jahr eine ganz besondere Frühlingsstimmung. Unser Radius ist kleiner geworden, die prächtigen Parks, die schon im Herbst vorbereitet wurden, sind geschlossen. Der Blick muss in der Nähe bleiben. Zauberhafte Dinge können wir auch so entdecken.  Einen Gang zurück schalten, innehalten, intensiver hören, genauer schauen, dem Moment Raum geben. Vielleicht gelingt es uns unsere Sinne eine gewisse Zeit weniger zu überfrachten, unsere Seele durchatmen zu lassen. Diese kleine Weile kann uns gut tun. Ich wünsche uns Geduld, Gelassenheit und einen wachen Entdeckerblick auf die vielen kleinen Kostbarkeiten unserer Natur.

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Auf dem benachbarten Schlossee gibt es wunderbare Spiegelungen. (dies ist allerdings ein Bild  das ich in Weihenstephan gemacht habe)
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Welche Geschichte uns diese Birke erzählen könnte? Umarmen Sie diesen Baum, legen Sie ein Ohr auf die Rinde, hören Sie das kraftvoll aufsteigende Lebenswasser….danke Rolf dass ich das Bild veröffentlichen darf!

Hunderte Gänseblümchen habe ich geerntet um dies Kränzchen zu binden, mehrfache Freude empfunden….finden, pflücken, binden, sehen…

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Kennen Sie meine besondere Löwenzahnliebe? Durchsetzungsfähig und unbeirrt findet er kleinste, auch scheinbar magere Stellen um seine strahlend goldgelben Blüten zu präsentieren. Die jungen Blätter ergeben vitaminreichen Salat, die Blüten nähren die Bienen. So kraftvoll die Pflanze während der Blütezeit erscheint so fragil sind die Samenstände. Und so ungeliebt die Blüten bei den meisten Rasenbesitzern sind, dem Zauber der Pusteblume kann sich kaum jemand entziehen. Paule,Paule Puppuppup, und schon sind tausende neuer Pflanzen am Start… ganz schön schlau eingerichtet …
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Eine liebe Freundin hat in NY an mich gedacht!
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ohne Worte
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Bald wird die Natur dieses Bild kreieren….mein Kranz für eine Ausstellung in München.
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Gleditiaschoten mit Kühchenschellen (Frittilaria) und Milchstern(Ornitogalum), eine Arbeit von 2017. P.S. Die Kühchenschellen heißen richtigerweise wirklich so, abgeleitet von den Kuhschellen in den Alpen, dem Ursprungsort, dort wachsen sie wild. Dennoch lesen wir meist profan und unpoetisch „Küchenschellen“, Zauberhaft sind sie jedenfalls!